Welcome Art | 20.7.–3.8.2025 | Alte Glaserei, Wuppertal

Kunstausstellung • (Artist)-Talks • Musik • Lesung • Filme • Begegnung • Kooperation

Ein Ausstellungsprojekt der Bergischen Kunstgenossenschaft e.V. (BKG / bkg-wuppertal.de)

mit allen 8 Partnerstädten Wuppertals: Be'er Sheva (Israel) / Berlin-Schöneberg (D) / Kosice (SK) / Liegnitz (PL) / Matagalpa (NIC) / Schwerin(D) / St. Étienne (F) / South Tyneside (GB)

Schirmherr: Helge Lindh (MdB)

 


Location

Alte Glaserei, Juliusstraße 12, 42105 Wuppertal (Maps »)



Programm

Virtueller Rundgang

© Christian Stüben



WELCOME ART – Kunst verbindet Städte, Kulturen, Menschen

Die Bergische Kunstgenossenschaft (BKG) gehört mit ihren 120 Jahren zu den ältesten Künstlervereinigungen Deutschlands. Anlässlich  ihres 120-jährigen Bestehens richtet die Bergische Kunstgenossenschaft (BKG) mit der Ausstellung „Welcome Art“ den Blick bewusst über regionale Grenzen hinaus: Künstlerinnen und Künstler aus allen acht Partnerstädten der Stadt Wuppertal sind eingeladen, gemeinsam mit der BKG ein vielfältiges künstlerisches Panorama zu gestalten. Die Ausstellung versteht sich als ein lebendiges Zeichen grenzüberschreitender kultureller Zusammenarbeit – ein Projekt, das den europäischen Gedanken und globale Verbundenheit in die Sprache der Kunst übersetzt. Die BKG blickt auf eine lange Geschichte regionaler und internationaler Kunstförderung zurück. Bereits in den vergangenen Jahren fanden Ausstellungen in Kooperation mit einzelnen Partnerstädten statt, unter anderem mit Legnica (Polen), Be’er Sheva (Israel), Saint Étienne (Frankreich), Košice (Slowakei) sowie innerhalb Deutschlands mit Berlin Tempelhof-Schöneberg und Schwerin. Diese internationalen Projekte stärken den künstlerischen Dialog über Grenzen hinweg und fördern das gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen.

 

Mit „Welcome Art“ geht die BKG nun einen entscheidenden Schri􀁑 weiter: Erstmals werden alle acht Partnerstädte gleichzeitig in einem gemeinsamen künstlerischen Projekt vereint. Damit entsteht nicht nur ein Netzwerk der Kunst, sondern auch ein neues Forum für Dialog, Begegnung und kreative Verständigung über nationale, sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg.In einer Zeit, in der internationale Zusammenarbeit auf politischer und gesellschatilicher Ebene auf vielerlei Ebenen ins Stocken geraten ist, setzt die Ausstellung ein starkes Zeichen für die verbindende Kraft von Kunst und gelebter Städtepartnerschaft. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Idee parteienübergreifend viel Zustimmung in der Wuppertaler Politik erfährt – als Impuls, um die Beziehungen zu den Partnerstädten neu zu beleben, zu vertiefen und sichtbar zu machen.

 

Gerade in Zeiten der Krise brauchen die Menschen Vorstellungen davon, wie es anders, besser, gerechter gehen könnte. Kunst kann neue Welten entwerfen, Visionen sichtbar machen – und damit politische und gesellschatiliche Veränderung inspirieren. Kunst allein wird keine der aktuellen globalen Krisen lösen oder gar beenden. Aber sie kann etwas, das Politik und Wissenscha􀀪 o􀀪 nicht können: berühren, verbinden, verstören, befreien. Sie ist nicht nur „schön“ oder „zweckfrei“ – sie ist ein Werkzeug des Denkens und Fühlens. Und gerade in schwierigen Zeiten ist das wichtiger denn je.

Kunst als Brücke

„Welcome Art“ ist mehr als eine Ausstellung – es ist eine Einladung

  • an Künstler*innen, sich gemeinsam auszudrücken.
  • an Städte, den Austausch wiederaufzunehmen.
  • an Menschen, andere Perspektiven und Lebenswelten kennenzulernen.

Die Kunstwerke spiegeln nicht nur individuelle künstlerische Positionen, sondern auch die kulturellen Eigenheiten der jeweiligen Regionen wider. So entsteht ein Dialog zwischen Orten, Identitäten und Ausdrucksformen – ein Prozess des Miteinander-Lernens, Zuhörens und Zusammenwachsens.

Ziele der Ausstellung

  • Stärkung des internationalen Dialogs durch künstlerische Zusammenarbeit 
  • Neubelebung der Städtepartnerschaften auf kultureller, gesellschaftlicher und persönlicher Ebene 
  • Förderung interkultureller Begegnungen für das Publikum vor Ort 
  • Vernetzung von Kunstschaffenden über Landesgrenzen hinweg 
  • Beitrag zur Integration durch künstlerischen Austausch und Perspekivenvielfalt

Welcome Art ist aber auch der Auftakt für das kommende BKG-Projekt „One World“, das im 2026 stattfinden wird. Es markiert den ersten Schritt auf dem Weg zu einem intensiveren Miteinander – ein künstlerischer „Aufschlag“ für das, was kommt. In „One World“ wird der Gedanke der Kooperation im kommenden Jahr weiter vertieft. Künstler*innen aus allen Partnerstädten Wuppertals werden erneut eingeladen – diesmal jedoch mit der ausdrücklichen Anforderung, persönlich vor Ort zu sein. Das Projekt setzt auf unmittelbare Begegnung: Nach einer gemeinsamen Phase der Teambildung werden die Teilnehmenden in kleinen, internationalen Gruppen zusammenarbeiten. Im Zentrum stehen dabei Fragen nach Zusammenhalt, Integration und Freundschaft: Wie kann echte Kooperation über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg gelingen? Wie überwinden wir gesellschaftliche Spaltung? Wie möchten wir in Zukunft gemeinsam leben und gestalten?

 

Kooperation bedeutet hier mehr als nur das gemeinsame Ausstellen. Sie ist Grundprinzip und gelebte Praxis – von der Konzeption über die Entstehung bis zur Realisierung der Ausstellung. Das Projekt versteht sich als Labor für gemeinschaftliches künstlerisches Arbeiten, in dem alle Beteiligten auf Augenhöhe zusammenkommen. Gelungene Integration zeigt sich darin, dass sich Menschen als Teil einer Gemeinschaft erleben – mit einem gemeinsamen Verständnis davon, wie gesellschaftliches Zusammenleben gelingen kann. Deshalb ist es zentral, frühzeitig in einen offenen Dialog mit den potenziellen Teilnehmer*innen zu treten.

 

An dieser Stelle schließt sich der Kreis zu Welcome Art: Als vorbereitende Plattform schafft es den Raum für erste Begegnungen, für das Knüpfen von Beziehungen und das Ausloten gemeinsamer künstlerischer Visionen – ein essenzieller Baustein auf dem Weg zu einer gemeinsamen „One World“.


Grußwort

 

Liebe Wuppertalerinnen und Wuppertaler, liebe Gäste!

 

Die Idee zu Städtepartnerschaften entstand nach den schrecklichen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Ausgehend von der britischen Besatzungsmacht sollten freundschaftliche Beziehungen zwischen deutschen und britischen Städten aufgenommen werden, um Völkerverständigung „von unten“ zu ermöglichen. Wuppertal hat diese Idee schon früh aufgegriffen. So ist die bereits seit 1951 bestehende Partnerschaft mit South Tyneside die älteste Partnerschaft Wuppertals mit einer anderen Stadt. Und die 1977 geschlossene „Freundschaftsvereinbarung“ Wuppertals mit Be'er Sheva war die erste Städtepartnerschaft überhaupt zwischen zwei Großstädten in Israel und Deutschland.

In Anbetracht weltweiter Krisen und eines Kriegs mitten in Europa erscheint die Idee von Städtepartnerschaften heute wichtiger denn je.

 

Die bereits 1905 als Interessengemeinschaft Bildender Künstler gegründete Bergische Kunstgenossenschaft (BKG) ist eine der ältesten Künstlervereinigungen im Land und besteht heute aus rund 30 künstlerischen Mitgliedern. Eine Besonderheit besteht darin, dass die BKG enge Kontakte zur jeweiligen Szene in allen Wuppertaler Partnerstädten pflegt und entsprechend die Organisation und den Austausch von Ausstellungen bewerkstelligt.

 

Mit „One World“ plant die BKG für 2026 ein großes und großartiges Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit Künstler*innen aus allen Partnerstädten der Stadt Wuppertal, in dessen Rahmen gemeinsam gearbeitet werden soll, um die in dem Prozess entstandenen Kunstwerke dann zu präsentieren.

 

Und nun, gleichsam im Vorlauf, gibt es die Kunstausstellung „Welcome Art“, in der Werke unterschiedlicher Kunstformen aus den Partnerstädten gezeigt werden. Gleichzeitig werden in einem abwechslungsreichen Programm die Partnerstädte vorgestellt. Die BKG selbst sieht ihre Ausstellung als „ein Projekt, das den europäischen Gedanken und globale Verbundenheit in die Sprache der Kunst übersetzt“. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

 

Ich wünsche der Ausstellung viel Erfolg – vor allem viele Besucherinnen und Besucher, die sich vom Geist dieses künstlerischen und völkerverbindenden Ansatzes begeistern lassen.

 

Herzlich,

Heiner Fragemann                                                                                                                                      

Erster Bürgermeister der Stadt Wuppertal